Winterreifen

In Österreich bestehen verschiedene gesetzliche Verpflichtungen zur Verwendung vonWinterreifen. Der Lenker eines Kfz ist grundsätzlich verpflichtet, entsprechend den jeweiligen Straßen- und itterungsverhältnissen jene Reifen zu verwenden, die eine gefahrloseStraßenbenützung gewährleisten und die dengesetzlichen Bestimmungen entsprechen.
Seit 2008 gilt:

PKW und LKW bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse (Klasse M1 und N1) – Führerschein B:
Kurzfassung: Winterreifen nötigvom 1. November bis 15. April an allen Rädern oder Sommerreifen, aber bei durchgehender Schneedecke darf nur mit Schneeketten gefahren werden.
Details: Während des Zeitraumes von jeweils 1.November bis 15. April darf der Lenker ein Kraftfahrzeug Klasse M1 oder N1 nur verwenden, wenn bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen
wie insbesondere Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis an allen Rädern Winterreifen angebracht sind. Wer ohne Winterreifen fährt, muss dann, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht
nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist, Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern angebracht haben.

LKW über 3,5 t zulässige Gesamtmasse (Klasse N2 und N3) – Führerschein C:
Kurzfassung: Winterreifen nötig vom 1. November bis 15. April an einer Antriebsachse. Gilt nicht für Probe- und Überstellungsfahrten. Ketten müssen für 2 Antriebsräder bis 15. April mitgeführt werden.

Busse mit mehr als 8 Sitzplätzen außer dem Lenker (Klasse M2 und M3) – Führerschein D:
Kurzfassung: Winterreifen nötig vom 1. November bis 15. März an einer Antriebsachse. Gilt nicht für Probe- und Überstellungsfahrten. Ketten müssen für 2 Antriebsräder bis 15. April mitgeführt
werden. Details für LKW und Busse: Während des Zeitraumes von jeweils 1. November bis 15. April (Busse bis 15 März) darf der Lenker ein Kraftfahrzeug der Klassen N2, N3, M2 und M3 (LKW über
3,5 t zulässige Gesamtmasse bzw. Busse mit mehr als 8 Sitzplätzen außer dem Lenker) sowie ein von solchen Fahrzeugen abgeleitetes Kraftfa hrzeug (Sattelzugfahrzeuge, selbstfahrende
Arbeitsmaschinen oder Spezial-KFZ) nur verwenden, wenn zumindest an den Rädern einer Antriebsachse Winterreifen angebracht sind. Dies gilt nicht für Fahrzeuge:

  • bei denen bauartbedingt oder aufgrund ihres Verwendungszwecks Reifen mit der Verwendungsbestimmung „spezial“ angebracht
    sind (erkennbar am Kürzel ET, ML, MPT),
  • Fahrzeuge des öffentlichen Sicherheitsdienstes und Heeresfahrzeuge, Feuerwehrfahrzeuge, bei denen bauartbedingt oder wegen ihres überwiegenden Verwendungszwecks die Anbringung von Winterreifen nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist,
  • mit denen Probe- oder Überstellung sfahrten durchgeführt werden


Was sind Winterreifen im Sinne des Kraftfahrgesetzes?

Das sind Reifen, die zur Verwendung als Schnee- und Matschreifen bestimmt sind und die eine entsprechender Profiltiefe besitzen. Sie müss en mit dem Kürzel M+S (oder M.S oder M & S) gekennzeichnet sein.
Speziell ältere Reifen sind oftmals ebenfalls für die Verwendung als Schnee- und Matschreifen geeignet, führen aber kein M+S-Kürzel am Reifen. Hier kann nur eine nachträgliche Kennzeichnung (zB. Einbrennen) durch einen Reifenfach händler helfen. Spezialreifen müssen an der Reifenflanke die Kürzel ET, ML oder MPT aufweisen.

Mindestprofiltiefe der Reifen:

  • Normale Reifen
    Fahrzeuge bis 3,5 t: 1,6 mm
    Fahrzeuge über 3,5 t: 2 mm
  • Winterreifen
    Fahrzeuge bis 3,5 t: 4 mm (Radial)
    Fahrzeuge über 3,5 t: 5 mm (Radial)


Für Kraftwagen mit mehr als 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht gibt es kein Verbot von Mischbereifung. Das heißt, dass beispielsweise auf der Vorderachse Sommerreifen und auf der Hinterachse Winterreifen verwendet werden dürfen.

Die Behörde kann für bestimmte Straßenabschnitte durch straßenpolizeiliche Anordnung eine Winterreifenpflicht verfügt werden, erkennbar durch Fahrverbot mit Zusatz „ausgenommen Fahrzeuge mit Winterausrüstung“. In diesem Fall ist das Befahren des Straßenabschnittes nur mit einer entsprechenden Ausrüstung (Winterreifen) zulässig.

Dieses Infoblatt ist ein Produkt der Zusammenarbeit aller Wirtschaftskammern . - Stand:10/2008

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Wirtschaftskammer Ihres Bundeslandes:
Wien, Tel. Nr.: (01) 51450-0, Niederösterreich, Tel.Nr.: (02742) 851-0, Oberösterreich, Tel. Nr.: (05) 90909,
Burgenland, Tel. Nr.: (05) 90907, Steiermark, Tel. Nr.: (0316) 601-0, Kärnten, Tel. Nr.: (05) 90904,
Salzburg, Tel. Nr.: (0662) 8888-0, Tirol, Tel. Nr.: (05) 90905-0, Vorarlberg, Tel. Nr.: (05522) 305-0
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